Gerd Puls (Hg.):

Woher weht der Wind, der die Welt verändert?

 

Kurzgeschichten

 

Im Rahmen einer seit Ruhr 2010 bestehenden deutsch-französischen Autorenfreundschaft gab es regelmäßig gegenseitige Besuche und Arbeitstreffen, meist in Dortmunds französischer Partnerstadt Amiens sowie in Dortmund und dem Ruhrgebiet.


Im September 2019 erfolgte mit Unterstützung des Kreises Unna ein Besuch der französischen Kollegen, bei dem – neben Lesungen und Schulbesuchen – zwölf Schriftstellerinnen und Schriftsteller in den Räumen des westfälischen Literaturbüros in Unna die Frage diskutierten »Woher weht der Wind, der die Welt verändert?«

 

Im Anschluss daran entstand dieser Band mit Texten von:
Tatiana Arfel, Klaus Goehrke, Thomas Kade, Josef Krug, Anja Liedtke, Artur Nickel, Heinrich Peuckmann, Gerd Puls, Martine Silberstein und Thorsten Trelenberg.

 

Paperback, 240 Seiten

ISBN 978-3-940853-73-8

EUR 12,-

 

Vorwort

 

Gezählt haben wir sie nicht, die Treffen mit den französischen SchriftstellerkollegINNen rund um Jean-Paul Dekiss, der von Anfang an, seit Ruhr 2010, dabei war, als Anreger, Ideengeber, Motor auf französischer Seite.


Seitdem gab es einen regen Austausch mit wechselseitigen Besuchen und regelmäßigen fruchtbaren Treffen, meist in Frankreichs Norden, in der Picardie, in Dortmunds Partnerstadt Amiens und hier bei uns im Ruhrgebiet. Zuletzt waren Werner Streletz, Heinrich Peuckmann und ich im Herbst 2018 zu Gast in Frankreichs Süden, irgendwo auf dem Lande in den Obsthängen in der Nähe von Montauban. Wir haben uns ausgetauscht und gearbeitet, auch auf Lesungen in Toulouse, Montauban und Lafrancaise.

Ein Jahr darauf im September 2019 hatten wir die französischen KollegINNen Tatiana Arfel, Martine Silberstein und Jean-Paul Dekiss zu einem Gegenbesuch in den Kreis Unna eingeladen. Treffen hüben und drüben. Wir wollen gern weitermachen, auch wenn es, oder gerade weil es engagierte, parteiergreifende Literatur nicht leicht hat in diesen Tagen des allgemeinen Desinteresses, seichter Beliebigkeit oder gar offener Abneigung und aggressiver Ablehnung.


Mit Unterstützung des Kreises Unna trafen wir uns unter dem Motto »Woher weht der Wind, der die Welt verändert?« im September 2019. Nach einem Arbeitstreffen im Westfälischen Literaturbüro konnten wir die französischen Autorinnen Tatiana Arfel und Martine Silberstein sowie die westfälischen Kolleginnen und Kollegen Klaus Goehrke, Thomas Kade, Josef Krug, Anja Liedtke, Arthur Nickel, Gerd Puls, Heinrich Peuckmann und Torsten Trelenberg mit Beiträgen zu diesem Buch gewinnen, dem seit 2010 dritten Band im Rahmen unseres deutsch-französischen Autorenaustausches.
Unsere letzte Anthologie Das Gesetz vom Fall der Körper, Aschendorff-Verlag, 2013, enthielt Texte von acht französischen Autoren, dazu gesellten sich mit Horst Hensel, Heinrich Peuckmann, Gerd Puls und Werner Streletz vier Autoren aus Westfalen. Private Gründe hinderten Jean-Paul Dekiss diesmal daran, sich zu beteiligen. Beim nächsten Treffen sei er auf jeden Fall wieder dabei, versicherte er.


Woher weht der Wind, der die Welt verändert?
Und: Wohin wird er uns treiben?
Welche Stürme, Verwerfungen und Veränderungen haben beispielsweise das Verschwinden von Arbeit und die gleichzeitig explodierenden neuen Wirtschaftsmächte ausgelöst? Welche extremen Veränderungen brachten und bringen Digitalisierung und Globalisierung, künstliche Intelligenz, üble Hass-Stürme und Cybermobbing in den »sozialen Medien«? Was sind die Auswirkungen von Migration und Integration und eines weltweiten Rechtsrucks, der vor Demokratien nicht Halt macht? Und schließlich, wie lassen sich die Folgen eines seit Langem absehbaren Klimabruchs und Klimakollapses bewältigen?


Fragen, die dieser Band nicht ansatzweise beantworten kann. Doch wir stehen in diesem Wind, egal, woher er kommt und wohin er uns treiben wird: Wir können nur versuchen, standzuhalten und uns dagegen zu stellen, und sei es mit Texten wie diesen.


Gerd Puls

 

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